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Milchsäure und Neurodermitis: Warum sie für empfindliche Haut so gut geeignet ist

by Reflora Skin Redaktion |

Milchsäure ist heutzutage eine der gefragtesten Komponenten in Hautpflegeprodukten. Natürlich kommt dies nicht von ungefähr: ihre feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften unterstützen den Feuchtigkeitsgehalt trockener, entzündlicher Haut und wirkt rückfettend. Zudem kann sie die Haut bei der Regulierung eines mikrobiomfreundlichen pH-Werts unterstützen. Diese Fähigkeiten, macht sie besonders für empfindliche Hauttypen interessant. Außerdem kann Milchsäure alte Hautzellen mild abtragen und wird deshalb oft in Produkten verwendet, die feine Linien, Falten und Pigmentierung beeinflussen. Auch in unserer Nahrung ist sie zu finden. Dazu zählen Sauermilchprodukte wie z.B. Joghurt und Kefir. Deshalb werden seit Jahrhunderten Milchprodukte zur Verbesserung der Haut verwendet. Milch-Gesichtsmasken waren im alten Ägypten und im antiken Griechenland beliebt. In der Barockzeit machten die Menschen sogar Milchbäder. Heutzutage wird die verwendete Milchsäure in Hautpflegeprodukten hauptsächlich synthetisch oder durch mikrobielle Fermentation hergestellt. Milchsäure auf der Haut überzeugt viele Hauttypen, ist jedoch vor allem für empfindliche, trockene und zu Neurodermitis neigende Haut interessant. 


Was macht Milchsäure für empfindliche Haut ideal?


Milchsäure gehört zur Gruppe der sogenannten Alpha-Hydroxysäuren (AHAs). Zu dieser Gruppe zählen viele andere Säuren wie z. B. Glykolsäure, Zitronensäure, Apfelsäure usw. Viele von ihnen werden bereits in der Hautpflege verwendet, Milchsäure ist jedoch eine der mildesten AHAs. Grund dafür, ist ihre molekulare Zusammensetzung: im Gegensatz zu z. B. Glykolsäure ist diese nicht klein genug, um massiv in tiefere Hautschichten vorzudringen. Daher bekommt die oberste Schicht der Haut (Epidermis) die meiste „Aufmerksamkeit". All dies macht Milchsäure geeigneter für empfindliche Hauttypen.


Wie Milchsäure das Hautbild verbessern kann

 

Als Stoffwechselprodukt von Lactobakterien, hat Milchsäure mit ihrem pH-freundlichen Säuregehalt einen positiven Einfluss auf unser Haut-Mikrobiom.

Milchsäure hat Einfluss auf die Kollagenproduktion: das macht die Haut straff und kann Zeichen der Hautalterung, sowie nicht zu tiefe Narben reduzieren. Deshalb wird Milchsäure auch zur Reduzierung von Aknenarben1 und Keratosis pilaris (Hühnerhaut)2 eingesetzt. Neben ihrer milden Peelingwirkung, hat Milchsäure feuchtigkeitsspendende und antioxidative Eigenschaften.3 Außerdem soll Milchsäure gut gegen Hyperpigmentierung sein.4 Eine Hyperpigmentierung liegt vor, wenn einzelne Hautpartien dunkler werden als der Rest des Körpers. Dies wird häufig durch hormonelle Veränderungen, Sonneneinstrahlung oder Entzündungen verursacht. 


Milchsäure für gute Bakterien auf der Haut: So beeinflusst sie das Haut-Mikrobiom


Die topische Anwendung von Milchsäure kann auch das Haut-Mikrobiom beeinflussen. Das Haut-Mikrobiom umfasst alle Mikroorganismen, die auf der Haut leben. Einige dieser Mikroorganismen sind nützlich für den menschlichen Körper, andere können schädlich sein. Wenn eine Störung des Gleichgewichts zwischen diesen Mikroorganismen vorliegt, kann dies eine entzündliche Hautbarriere und Hautzustände wie trockene, gereizte und juckende Haut begünstigen. So ist zum Beispiel Neurodermitis stark mit der Vermehrung von Staphylococcus aureus verbunden. Gleichzeitig senkt die im menschlichen Schweiß vorhandene Milchsäure den pH-Wert der Haut, was für S. aureus nachteilig ist. Weiterhin ist bekannt, dass nützliche Bakterien saure Substanzen produzieren, die ihnen helfen, mit schädlichen Bakterien zu konkurrieren.5 Deshalb können Hautpflegeprodukte, die Milchsäure enthalten, förderlich für ein gesundes Haut-Mikrobiom sein. 


milchsäure_neurodermitis_hautpflege
Milchsäure kommt in dem Säureschutzmantel unserer der Haut vor und kann diesen regulieren

 

Welche Anwendungsmöglichkeiten von Milchsäure gibt es?


Milchsäure ist in unterschiedlichsten Produkten enthalten: Reinigungsmittel, Cremes, Lotionen und Seren, sind einige von ihnen. Außerdem gibt es Peelings und Masken. Einige von ihnen kann man rezeptfrei bekommen, andere sind nur mit ärztlicher Verschreibung, oder in einer Kosmetikpraxis erhältlich. 



Produktart

Was bewirken sie?

Reinigungsprodukte

Reinigungsprodukte sind relativ mild und daher gut für empfindliche Haut geeignet. Dennoch sollte man es vermeiden, sie an empfindlichen Stellen, wie in der Nähe der Augen, der Lippen, der Innenseiten von Mund und Nase sowie im Intimbereich anzuwenden.

Cremes, Lotionen, Seren

Im Gegensatz zu Reinigungsmitteln verbleiben Cremes, Lotionen und Seren nach dem Auftragen auf der Haut und können eine stärkere Wirkung haben. Deshalb empfiehlt es sich bei höher konzentrierten Produkten einen Sonnenschutz zu verwenden, um mögliche Sonnenschäden zu minimieren.

Peelings und Masken

Peelings und Masken haben die stärkste Wirkung. Sie sollten deshalb nicht täglich, sondern eher 1-3 mal pro Woche angewendet werden. Professionelle Peelings können in einem Kosmetiksalon der Spa eingesetzt werden. Danach ist jedoch Vorsicht geboten: die Haut benötigt eine Erholungsphase, die mehrere Wochen dauern kann und bei der eine spezielle Nachbehandlung empfehlenswert ist.

 

Welches Milchsäure Produkt eignet sich am besten für empfindliche Haut?


Die Konzentration von Milchsäure in Hautpflegeprodukten liegt üblicherweise zwischen 5 und 30%. Professionelle Produkte können bis zu 80% enthalten, weshalb sie nicht ohne guten Grund erhältlich sind. Dabei gilt nicht: Je stärker, desto besser. Höher konzentrierte Produkte sollten nur von Menschen mit einer gesunden Hautbarriere verwendet werden. Generell empfiehlt sich mit milderen Produkten zu beginnen um die Haut nicht unnötig zu reizen. Je nachdem wie zufriedenstellend das Ergebnis ist, kann auf Produkte mit höherer Konzentration gewechselt werden. Für den Anfang empfehlen sich Produkte mit einer Konzentration von 5-15%. Bei Unsicherheit, ist eine Beratung durch eine professionelle Kosmetikerin empfehlenswert. Die Anwendungsempfehlungen hängen von der Art des Produkts, der Konzentration der Milchsäure und den Eigenschaften der Haut ab. Daher ist es wichtig, die Anweisungen des Herstellers zu befolgen und auf das eigene Empfinden zu achten. 

 

Fazit


  • Milchsäure ist eine der mildesten Alpha-Hydroxysäuren und deshalb für empfindliche, neurodermitische Haut geeignet 
  • Sie kann das Hautbild verbessern, unabhängig davon, ob es von der Hautalterung oder Hautzuständen (z. B. schuppige Haut) betroffen ist
  • Ihr hoher Säuregehalt stellt wichtige Nahrungsbestandteile für nützliche Bakterien zur Verfügung
  • Milchsäure unterstützt damit einen Mikrobiom-freundlichen pH-Wert der Haut und harmonisiert das Immunsystem dieser
  • Dabei gilt nicht: Je stärker, desto besser, generell empfiehlt sich mit milderen Produkten zu beginnen 

Quellen: 

  1. Sachdeva S. Lactic acid peeling in superficial acne scarring in Indian skin. J Cosmet Dermatol. 2010
  2. Kootiratrakarn T, Kampirapap K, Chunhasewee C. Epidermal permeability barrier in the treatment of keratosis pilaris. Dermatol Res Pract. 2015
  3. Algiert-Zielińska B, Mucha P, Rotsztejn H. Lactic and lactobionic acids as typically moisturizing compounds. Int J Dermatol. 2019
  4. Sharquie KE, Al-Dhalimi MA, Noaimi AA, Al-Sultany HA. Lactic Acid as a new therapeutic peeling agent in the treatment of lifa disease (frictional dermal melanosis). Indian J Dermatol. 2012
  5. Sfriso R, Egert M, Gempeler M, Voegeli R, Campiche R. Revealing the secret life of skin - with the microbiome you never walk alone. Int J Cosmet Sci. 2020